Brandschutzklappe: Eine Brandschutzklappe ist eine Absperrvorrichtung in Lüftungsleitungen. Sie verhindert, dass Feuer und Rauch über die Lüftungsanlage durch Wände und Decken mit Feuerwiderstand in andere Brandabschnitte gelangen. Im Brandfall schließt sie selbsttätig, ausgelöst durch Temperatur oder ein Rauchsignal.
Wann ist eine Brandschutzklappe erforderlich?
Durchdringt eine Lüftungsleitung eine Wand oder Decke, an die Anforderungen an den Feuerwiderstand gestellt werden, muss die Brandübertragung verhindert werden. Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (M-LüAR), in den Ländern über die Technischen Baubestimmungen eingeführt, nennt dafür zwei Wege: eine Absperrvorrichtung wie die Brandschutzklappe an der Durchdringung oder eine Leitung, die selbst feuerwiderstandsfähig ausgeführt ist. Welcher Weg passt, entscheidet die Planung zusammen mit dem Brandschutzkonzept.
Wie funktioniert eine Brandschutzklappe?
Im Normalbetrieb ist das Klappenblatt geöffnet und die Luft strömt ungehindert. Im Brandfall schließt die Klappe: mechanisch über ein thermisches Auslöseelement, das bei etwa 72 °C anspricht, oder elektrisch über einen Stellantrieb mit Federrücklauf, der von einer Rauchauslöseeinrichtung oder der Brandmeldeanlage angesteuert wird. Motorisch betriebene Klappen lassen sich zudem fernüberwachen und für Prüfungen ferngesteuert schließen und öffnen.
Was bedeutet die Klassifizierung EI 90 (ve ho i↔o) S?
Brandschutzklappen werden nach DIN EN 13501-3 klassifiziert. Die Kennzeichnung beschreibt, was die Klappe im Brandfall leistet und für welche Einbaulagen sie geprüft ist. Die Produktnorm ist die DIN EN 15650; für den Einbau sind die Einbausituationen aus Leistungserklärung und Herstellerunterlagen einzuhalten – eine nicht geprüfte Einbausituation ist ein Mangel, auch wenn die Klappe selbst zugelassen ist.
Was unterscheidet Brandschutzklappe und Entrauchungsklappe?
Die beiden Klappen haben entgegengesetzte Aufgaben. Eine Brandschutzklappe schließt im Brandfall, damit Feuer und Rauch nicht über die Lüftungsleitung in andere Brandabschnitte gelangen. Eine Entrauchungsklappe öffnet dagegen im Brandfall, damit eine Entrauchungsanlage Rauch gezielt absaugen kann; sie ist nach DIN EN 12101-8 geregelt und Teil des Rauchschutzkonzepts. Welche Klappe an welcher Stelle sitzt, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept und muss in der Ansteuerung sauber getrennt sein.
Worauf kommt es bei der Planung an?
Brandschutzklappen werden in der Ausführungsplanung festgelegt, sind aber schon früher relevant: Sie brauchen Platz, Revisionsöffnungen und bei motorischen Klappen eine Spannungsversorgung und Ansteuerung.
- Lage jeder Klappe an der Brandwand oder Decke nach Brandschutzkonzept
- Zugang für Inspektion und Wartung über Revisionsöffnungen
- Ansteuerung über Rauchauslöseeinrichtung, Brandmeldeanlage oder Gebäudeautomation
- Brandschutzklappenliste mit Klassifizierung, Einbausituation und Auslösung
- Abstimmung mit Elektro- und Sprinklerplanung bei der Trassenführung
Wie werden Brandschutzklappen gewartet?
Brandschutzklappen müssen regelmäßig auf Funktion geprüft und gewartet werden, damit sie im Brandfall schließen. Die Intervalle ergeben sich aus den Herstellerangaben und den Prüfvorschriften des jeweiligen Landes; verbreitet ist eine halbjährliche Prüfung, die nach zwei aufeinanderfolgenden mängelfreien Prüfungen auf jährlich verlängert wird. Motorisch fernüberwachte Klappen erleichtern diese Prüfungen erheblich.
| Kennzeichen | Bedeutung |
|---|---|
| E | Raumabschluss |
| I | Wärmedämmung |
| 90 | Feuerwiderstandsdauer in Minuten |
| ve / ho | geprüft für Einbau in vertikalen (Wand) bzw. horizontalen (Decke) Bauteilen |
| i↔o | Feuerwiderstand von innen nach außen und umgekehrt |
| S | begrenzte Rauchdurchlässigkeit |
Was wir dafür tun
Wir planen den Brandschutz in Lüftungsanlagen nach M-LüAR – abgestimmt mit Brandschutzkonzept, Elektro und Gebäudeautomation.
Grundlage: M-LüAR; DIN EN 15650; DIN EN 13501-3.
