Fachlexikon
Fachlexikon der TGA-Planung
Begriffe von A bis Z
- A
Anrechenbare Kosten (HOAI)
Anrechenbare Kosten sind die Kosten eines Objekts, nach denen sich das Honorar nach HOAI richtet. Bei der Technischen Ausrüstung sind das nach § 54 HOAI die Kosten der Anlagen je Anlagengruppe, ermittelt nach DIN 276 auf Basis ortsüblicher Preise und ohne Umsatzsteuer.
Zum Eintrag - B
Brandschutzklappe
Eine Brandschutzklappe ist eine Absperrvorrichtung in Lüftungsleitungen. Sie verhindert, dass Feuer und Rauch über die Lüftungsanlage durch Wände und Decken mit Feuerwiderstand in andere Brandabschnitte gelangen. Im Brandfall schließt sie selbsttätig, ausgelöst durch Temperatur oder ein Rauchsignal.
Zum Eintrag - F
Freie Kühlung
Freie Kühlung nutzt kühle Außenluft, um Kaltwasser oder Raumluft zu kühlen, ohne dass der Verdichter einer Kältemaschine läuft. Sobald die Außentemperatur ausreichend unter der benötigten Kaltwassertemperatur liegt, übernimmt ein Rückkühler die Kühlung ganz oder teilweise. Das senkt den Strombedarf der Kälteerzeugung deutlich.
Zum Eintrag - G
Gleichzeitigkeitsfaktor
Der Gleichzeitigkeitsfaktor beschreibt, welcher Anteil der installierten Einzelleistungen tatsächlich zur selben Zeit benötigt wird. Er ist das Verhältnis der gleichzeitig auftretenden Höchstleistung zur Summe aller Anschlussleistungen und liegt zwischen 0 und 1. Je mehr Verbraucher, desto kleiner wird er in der Regel.
Zum Eintrag - H
Honorarzone (HOAI)
Die Honorarzone gibt nach HOAI an, wie anspruchsvoll eine Planungsaufgabe ist. Bei der Technischen Ausrüstung gibt es drei Honorarzonen – geringe, durchschnittliche und hohe Anforderungen. Zusammen mit den anrechenbaren Kosten bestimmt sie, welche Honorarspanne der Honorartafel in § 56 HOAI gilt.
Zum Eintrag - J
Jahresarbeitszahl
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr im Verhältnis zum eingesetzten Strom liefert. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresmittel vier Kilowattstunden Wärme. Sie ist die maßgebliche Kennzahl für Betriebskosten und Effizienz im realen Gebäude.
Zum Eintrag - K
Kaltwassersatz
Ein Kaltwassersatz ist eine Kältemaschine, die Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch abkühlt. Das Kaltwasser versorgt Lüftungsgeräte, Kühldecken, Umluftkühler oder Prozesse. Die dem Wasser entzogene Wärme gibt der Kaltwassersatz über einen Verflüssiger an die Außenluft oder an einen Rückkühlkreis ab.
Zum Eintrag - K
Kreislaufverbundsystem
Ein Kreislaufverbundsystem (KVS) ist eine Wärmerückgewinnung für Lüftungsanlagen, bei der Zu- und Abluft vollständig getrennt bleiben. Zwei Wärmeübertrager – einer im Abluft-, einer im Zuluftstrom – sind über einen Flüssigkeitskreis mit einer Pumpe verbunden, der die Wärme von der Abluft zur Zuluft transportiert.
Zum Eintrag - M
MSR-Technik
MSR-Technik steht für Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Sie erfasst Messwerte wie Temperatur, Druck oder Volumenstrom, verarbeitet sie in Reglern und gibt Stellsignale an Ventile, Klappen, Pumpen und Ventilatoren. In der technischen Gebäudeausrüstung ist sie Teil der Gebäudeautomation und gehört zur Kostengruppe 480 nach DIN 276.
Zum Eintrag - R
RLT-Anlage
Eine RLT-Anlage (raumlufttechnische Anlage) fördert Luft mit Ventilatoren in und aus Räumen. Je nach Ausstattung filtert, erwärmt, kühlt, befeuchtet oder entfeuchtet sie die Luft. RLT-Anlagen gehören zur Kostengruppe 430 nach DIN 276 und in der HOAI zur Anlagengruppe der lufttechnischen Anlagen.
Zum Eintrag - S
Schlitz- und Durchbruchsplanung
Die Schlitz- und Durchbruchsplanung legt fest, wo und in welcher Größe Öffnungen in Wänden, Decken und Fundamenten für Leitungen, Kanäle und Schächte der technischen Gebäudeausrüstung entstehen. Sie gehört zur Ausführungsplanung (LP 5) und muss vorliegen, bevor der Rohbau die jeweiligen Bauteile herstellt.
Zum Eintrag - S
Sommerlicher Wärmeschutz
Der sommerliche Wärmeschutz begrenzt, wie stark sich Räume im Sommer durch Sonneneinstrahlung aufheizen. Nach § 14 GModG müssen neue Gebäude so errichtet werden, dass der Sonneneintrag durch baulichen Wärmeschutz ausreichend begrenzt wird. Der Nachweis folgt der DIN 4108-2 in der Fassung von Februar 2013.
Zum Eintrag - T
Technikzentrale
Eine Technikzentrale ist ein Raum oder eine Fläche, in der die zentralen Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung stehen: Wärme- und Kälteerzeuger, Lüftungsgeräte, Trinkwassererwärmung, Hausanschlüsse und Elektroverteilungen. Lage und Größe werden in der Vorplanung festgelegt und prägen den Grundriss.
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