RLT-Anlage: Eine RLT-Anlage (raumlufttechnische Anlage) fördert Luft mit Ventilatoren in und aus Räumen. Je nach Ausstattung filtert, erwärmt, kühlt, befeuchtet oder entfeuchtet sie die Luft. RLT-Anlagen gehören zur Kostengruppe 430 nach DIN 276 und in der HOAI zur Anlagengruppe der lufttechnischen Anlagen.
Wie ist eine RLT-Anlage aufgebaut?
Das Herzstück ist das RLT-Gerät, meist in einer Technikzentrale oder auf dem Dach aufgestellt. Von dort verteilt ein Kanalnetz die Zuluft auf die Räume und führt die Abluft zurück. Die Bauteile sind in Strömungsrichtung angeordnet:
- Außenluftansaugung mit Wetterschutzgitter und Klappe
- Filterstufen für Außen- und Abluft
- Wärmerückgewinnung, etwa Plattenwärmeübertrager, Rotor oder Kreislaufverbundsystem
- Zu- und Abluftventilator
- Heiz- und Kühlregister, je nach Bedarf Befeuchter
- Schalldämpfer, Brandschutzklappen, Volumenstromregler
- Luftdurchlässe im Raum und Fortluftführung über Dach
Welche Arten von RLT-Anlagen gibt es?
Nach den thermodynamischen Funktionen unterscheidet man Lüftungsanlagen, die Luft fördern und gegebenenfalls erwärmen, Teilklimaanlagen mit einer oder mehreren zusätzlichen Funktionen wie Kühlen oder Befeuchten, und Klimaanlagen, die Temperatur und Feuchte gezielt einstellen. Nach der Anordnung unterscheidet man zentrale Anlagen mit einem Gerät für viele Räume und dezentrale Geräte, die einzelne Räume versorgen.
Welche Luftarten unterscheidet die Planung?
Die DIN EN 16798-3 benennt die Luftarten einheitlich. Außenluft wird angesaugt, als Zuluft in den Raum geführt, als Abluft abgesaugt und als Fortluft ins Freie abgegeben. Wird ein Teil der Abluft wieder zugemischt, spricht man von Umluft. Diese Begriffe bestimmen, welche Hygiene- und Filteranforderungen an welcher Stelle gelten.
Welche Anforderungen gelten für RLT-Anlagen?
Mehrere Regelwerke greifen ineinander. Die Ökodesign-Verordnung (EU) 1253/2014 schreibt für Lüftungsgeräte in Nichtwohngebäuden eine Wärmerückgewinnung mit Mindestwirkungsgrad vor. Die VDI 6022 regelt die Hygiene – von der Materialauswahl bis zu Inspektion und Reinigung. Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (M-LüAR) und ihre Umsetzung in den Ländern regeln den Brandschutz, etwa wo Brandschutzklappen nötig sind. Für Arbeitsstätten gilt die ASR A3.6, für die Luftmengen und Raumklimakategorien die DIN EN 16798-1.
Welche Kennwerte beschreiben die Effizienz einer RLT-Anlage?
Zwei Kennwerte sind für die Planung zentral. Die spezifische Ventilatorleistung (SFP) beschreibt, wie viel elektrische Leistung die Ventilatoren je geförderter Luftmenge aufnehmen; die DIN EN 16798-3 teilt sie in Klassen ein. Sie hängt vor allem am Druckverlust von Gerät und Kanalnetz – große Querschnitte und kurze Wege senken sie dauerhaft. Der zweite Kennwert ist der Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung, der angibt, welcher Anteil der Abluftwärme auf die Zuluft übertragen wird. Beide Werte entscheiden über die Betriebskosten weit stärker als der Anschaffungspreis des Geräts.
Was entscheidet die Planung einer RLT-Anlage?
Die Planung legt Luftmengen, Gerätegröße, Wärmerückgewinnung und Kanalnetz fest – und damit Platzbedarf und Betriebskosten. Zu große Luftmengen machen Anlagen laut, teuer und schwer zu regeln, zu kleine verfehlen die Raumluftqualität. Wir ermitteln die Volumenströme raumweise nach der tatsächlichen Nutzung, dimensionieren das Kanalnetz auf geringe Druckverluste und stimmen Technikzentralen und Schächte früh mit der Architektur ab.
| Luftart | Kurzzeichen | Bedeutung |
|---|---|---|
| Außenluft | ODA | Luft, die von außen angesaugt wird |
| Zuluft | SUP | aufbereitete Luft, die dem Raum zugeführt wird |
| Abluft | ETA | Luft, die aus dem Raum abgesaugt wird |
| Fortluft | EHA | Luft, die ins Freie abgegeben wird |
| Umluft | RCA | Abluft, die der Zuluft wieder zugemischt wird |
Was wir dafür tun
Wir planen RLT-Anlagen von der Luftmengenberechnung bis zur Einregulierung – für Büro, Gewerbe, Industrie und Labor.
Grundlage: DIN 276 (Kostengruppe 430); HOAI § 53 Abs. 2 Nr. 3; DIN EN 16798-1 und -3; VDI 6022; Verordnung (EU) 1253/2014; M-LüAR; ASR A3.6.
