Jahresarbeitszahl: Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr im Verhältnis zum eingesetzten Strom liefert. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresmittel vier Kilowattstunden Wärme. Sie ist die maßgebliche Kennzahl für Betriebskosten und Effizienz im realen Gebäude.
Was unterscheidet JAZ, COP und SCOP?
Der COP (Coefficient of Performance) ist ein Laborwert für einen festen Betriebspunkt, etwa bei einer bestimmten Außen- und Vorlauftemperatur. Der SCOP ist ein genormter saisonaler Wert, der mehrere Betriebspunkte über ein Referenzklima gewichtet. Die Jahresarbeitszahl dagegen beschreibt das konkrete Gebäude: die tatsächlichen Temperaturen, die tatsächliche Heizlast und den tatsächlichen Betrieb über ein Jahr. Sie kann in der Planung rechnerisch ermittelt werden, etwa nach VDI 4650, und im Betrieb mit Wärmemengen- und Stromzählern gemessen werden.
Was beeinflusst die Jahresarbeitszahl?
Den größten Einfluss hat der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizsystem. Je kleiner der Abstand, desto weniger muss der Verdichter arbeiten. Daraus ergeben sich die wichtigsten Stellschrauben:
- Vorlauftemperatur: niedrige Systemtemperaturen über Flächenheizung oder ausreichend große Heizkörper
- Wärmequelle: Erdreich und Grundwasser liefern im Winter höhere Temperaturen als Außenluft
- Warmwasser: hohe Speichertemperaturen senken die JAZ, daher Anteil und Temperatur früh klären
- Auslegung: eine passend dimensionierte, modulierende Wärmepumpe taktet weniger
- Hydraulischer Abgleich und Regelung: Heizkurve, Pumpen und Speicher richtig eingestellt
Wie wird die JAZ in der Planung abgesichert?
Die Jahresarbeitszahl entsteht nicht auf dem Datenblatt, sondern im Zusammenspiel von Gebäude und Anlage. Grundlage ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1: Sie zeigt, welche Vorlauftemperatur in jedem Raum genügt, und damit, ob vorhandene Heizkörper im Bestand reichen. Darauf bauen Erzeugerauswahl, Speicher- und Hydraulikkonzept auf. Eine plausible JAZ-Prognose ist damit auch eine Prüfung, ob die Wärmepumpe im Gebäude wirtschaftlich arbeiten kann.
Was verlangt § 60a GModG?
Für Wärmepumpen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten, die nach dem 31. Dezember 2023 eingebaut wurden, schreibt § 60a GModG eine Betriebsprüfung vor: nach einer vollständigen Heizperiode, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme, und ohne Fernkontrolle alle fünf Jahre erneut. Zur Prüfung gehört ausdrücklich die messtechnische Auswertung der Jahresarbeitszahl und bei größeren Abweichungen von der erwarteten JAZ eine Empfehlung zur Verbesserung. Luft-Luft- und Warmwasser-Wärmepumpen sind ausgenommen.
Warum lohnt die Messung im Betrieb?
Eine gemessene JAZ zeigt, ob die Anlage hält, was die Planung erwartet hat. Liegt sie deutlich darunter, sind die Ursachen meist einstellbar: eine zu steile Heizkurve, eine falsch parametrierte Warmwasserbereitung, fehlender hydraulischer Abgleich. Damit die Auswertung möglich ist, gehören Wärmemengen- und Stromzähler von Anfang an in die Planung – nachgerüstet werden sie selten.
| Kennzahl | Grundlage | aussagekräftig für |
|---|---|---|
| COP | ein Betriebspunkt im Labor | Gerätevergleich unter gleichen Bedingungen |
| SCOP | genormtes Referenzklima, mehrere Betriebspunkte | Gerätevergleich über die Saison |
| JAZ | konkretes Gebäude, ein Betriebsjahr | Betriebskosten und Effizienz im Objekt |
Was wir dafür tun
Wir planen Wärmepumpen auf Basis der raumweisen Heizlast – mit JAZ-Prognose, Hydraulik und Zählerkonzept für die spätere Auswertung.
Grundlage: § 60a GModG (Stand 23.07.2026); VDI 4650; DIN/TS 12831-1.
