Novusplan GmbH

Heizungsplanung

Wärmeerzeugung, Hydraulik und Übergabe planen

Von der Erzeugerauswahl über die Netzberechnung bis zur Ausführungsplanung – ausgelegt auf die berechnete Heizlast, nicht auf Erfahrungswerte.

Heizungsanlagen in Gebäuden
DIN EN 12828Heizungsanlagen in Gebäuden
Nachweis der Anlagentechnik
GModGNachweis der Anlagentechnik
Wasserbeschaffenheit
VDI 2035Wasserbeschaffenheit
Leistungsphasen nach HOAI
LP 1–8Leistungsphasen nach HOAI

Warum die Erzeugerleistung am Ende der Planung steht

Die Heizlast ist die Rechengröße, die Anlage ist die Entscheidung. Zwischen beiden liegt das, was die Betriebskosten der nächsten zwanzig Jahre bestimmt: Welcher Erzeuger deckt welchen Anteil, bei welcher Systemtemperatur arbeiten die Übergabeflächen, wie wird die Anlage im Teillastbereich geregelt.

Der häufigste Planungsfehler ist der Zuschlag auf den Zuschlag. Eine großzügig ausgelegte Wärmepumpe taktet im Teillastbetrieb, ein überdimensionierter Kessel läuft dauerhaft außerhalb seines Wirkungsgradoptimums. Wir legen deshalb auf die berechnete Norm-Heizlast nach DIN/TS 12831-1 aus und weisen Reserven dort aus, wo sie begründet sind – nicht pauschal.

Die Systemtemperatur ist die zweite Weichenstellung. Wer im Bestand von 70/55 auf 45/35 kommen will, muss die Heizflächen prüfen, nicht nur den Erzeuger tauschen. Diese Prüfung gehört in die Vorplanung, weil sie über Machbarkeit und Kosten entscheidet.

Unser Leistungsumfang

Heizungsplanung in den Leistungsphasen 1 bis 8 der HOAI – vollständig oder in Teilleistungen.

  1. 01

    Bestandsaufnahme und Bedarf

    Im Neubau die Norm-Heizlast nach DIN/TS 12831-1, im Bestand zusätzlich die Aufnahme von Erzeuger, Verteilung und Heizflächen einschließlich Zustand und erreichbarer Systemtemperatur.

  2. 02

    Erzeugerkonzept

    Variantenvergleich der Wärmeerzeugung – Wärmepumpe, Fernwärme, Kessel oder bivalente Kombination – mit Jahresarbeitszahl, Primärenergiefaktor und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

  3. 03

    Hydraulisches Konzept

    Systemtrennung, Pufferung, Verteilerstruktur und Regelstrategie. Festlegung der Systemtemperaturen und der Betriebsweise über den Lastgang.

  4. 04

    Netzberechnung

    Rohrnetzberechnung mit Druckverlusten, Pumpenauslegung und hydraulischem Abgleich nach Verfahren B – die Voreinstellwerte gehören in die Planung, nicht in die Inbetriebnahme.

  5. 05

    Übergabe und Heizflächen

    Auslegung von Flächenheizung, Heizkörpern oder Lufterhitzern auf die gewählte Systemtemperatur, raumweise nachgewiesen.

  6. 06

    Nachweise

    Nachweis der Anlagentechnik nach GModG, Anforderungen aus Förderprogrammen und Vorgaben zur Wasserbeschaffenheit nach VDI 2035.

  7. 07

    Ausschreibung

    Leistungsverzeichnisse, Mengenermittlung und Vergabeunterlagen einschließlich der Vorgaben für Druckprüfung, Abgleichprotokoll und Einregulierung.

  8. 08

    Vergabe und Objektüberwachung

    Mitwirkung bei der Vergabe mit Angebotswertung und Preisspiegel, danach Überwachung der Ausführung: Prüfung der Montagepläne, Kontrolle des hydraulischen Abgleichs, Rechnungsprüfung, Mitwirkung bei Funktionsprüfung und Einregulierung, fachtechnische Abnahme.

Anlagen, die wir planen

Die Anlagengruppen der Kostengruppe 420 nach DIN 276 – Wärmeversorgungsanlagen.

Wärmeerzeugung

  • Wärmepumpen (Sole, Luft, Wasser)
  • Fernwärmeübergabestationen
  • Gas- und Öl-Brennwertkessel
  • Bivalente Systeme und Kaskaden

Verteilung

  • Rohrnetz und Verteiler
  • Pufferspeicher und Systemtrennung
  • Pumpen und hydraulischer Abgleich
  • Dämmung nach GModG-Anforderung

Übergabe

  • Flächenheizung und -kühlung
  • Heizkörper und Konvektoren
  • Lufterhitzer und Deckenstrahlplatten
  • Einzelraumregelung

Nachweise und Schnittstellen

  • Nachweis der Anlagentechnik nach GModG
  • Anbindung an die Gebäudeautomation
  • Trinkwassererwärmung in Abstimmung mit der Sanitärplanung
  • Wärmerückgewinnung aus der Lüftungsanlage

Für welche Projekte wir planen

Die Anforderungen an die Wärmeversorgung unterscheiden sich nach Nutzung und Lastprofil deutlich.

Wohnungsbau

Bei Mehrfamilienhäusern entscheidet die Warmwasserbereitung über die Erzeugerauslegung – die Trinkwassererwärmung liegt oft über der Raumheizlast. Zentrale Frischwasserstationen, dezentrale Wohnungsstationen und Zirkulationskonzept beeinflussen sich gegenseitig.

Büro- und Verwaltungsbauten

Die Nutzung ist zeitlich klar begrenzt, die Lastspitzen liegen im Anfahrbetrieb. Absenkbetrieb, Aufheizreserve und Regelstrategie planen wir gemeinsam, weil eine zu knappe Auslegung sonst über die Aufheizzeit teuer wird.

Produktion und Logistik

Hallen werden mit Lufterhitzern, Deckenstrahlplatten oder Hallenheizsystemen versorgt. Prozessabwärme, Torschleusen und Luftwechsel gehen unmittelbar in die Auslegung ein.

Bestandssanierung

Der Umstieg auf niedrigere Systemtemperaturen ist der Kern fast jeder Sanierung. Wir prüfen raumweise, welche Heizflächen die geforderte Leistung bei 45/35 noch abgeben, und planen den Tausch nur dort, wo er nötig ist.

Heizungsplanung in unseren Projekten

Die Wärmeversorgung ist in nahezu jedem unserer Projekte Teil des Leistungsumfangs – vom Mehrfamilienhaus mit 48 Wohneinheiten bis zur Produktionsstätte mit Sozialgebäude.

Häufige Fragen zur Heizungsplanung

Was Bauherren und Projektpartner uns zur Wärmeversorgung am häufigsten fragen:

Nach dem, was am Grundstück verfügbar ist, und nach dem Lastprofil. Liegt ein Fernwärmenetz mit belastbarem Primärenergiefaktor an, ist die Übergabestation meist die einfachere und platzsparendere Lösung. Ohne Netzanschluss entscheidet die erreichbare Systemtemperatur über die Wärmepumpe: Bei 35 Grad Vorlauf arbeitet sie wirtschaftlich, bei 70 Grad nicht. Wir rechnen beide Varianten mit Jahresarbeitszahl und Betriebskosten durch, bevor entschieden wird.

Heizungsplanung für Ihr Projekt

Schicken Sie uns Grundrisse, Nutzung und – wo vorhanden – die Bestandsdaten der Anlage. Wir melden uns mit einer Einschätzung zu Erzeugerkonzept und Leistungsumfang.