Technikzentrale: Eine Technikzentrale ist ein Raum oder eine Fläche, in der die zentralen Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung stehen: Wärme- und Kälteerzeuger, Lüftungsgeräte, Trinkwassererwärmung, Hausanschlüsse und Elektroverteilungen. Lage und Größe werden in der Vorplanung festgelegt und prägen den Grundriss.
Welche Technikzentralen gibt es?
Je nach Gebäude sind die Anlagen in einer gemeinsamen Zentrale oder in mehreren spezialisierten Räumen untergebracht. Typisch sind Heizzentrale, Lüftungszentrale, Kältezentrale, Hausanschlussraum, Niederspannungs- und gegebenenfalls Mittelspannungsraum sowie Räume für Sprinkler- oder Druckerhöhungsanlagen. In großen Gebäuden kommen Unterzentralen auf den Geschossen hinzu, die Leitungswege verkürzen.
Warum wird die Größe so früh entschieden?
Technikflächen sind Flächen, die nicht vermietet oder verkauft werden können – deshalb werden sie im Entwurf gern knapp angesetzt. Fehlen später Fläche oder Raumhöhe, wird es teuer: Geräte passen nicht, Wartungsgänge entfallen, Schächte müssen nachträglich vergrößert werden. Wir liefern belastbare Flächen-, Höhen- und Lastangaben deshalb schon in der Vorplanung (LP 2), wenn die Architektur sie noch einplanen kann. Die VDI 2050 Blatt 1 beschreibt die Anforderungen an Technikzentralen als Planungsgrundlage.
Was bestimmt die Lage der Technikzentrale?
Die Lage ist ein Kompromiss aus mehreren Anforderungen:
- Kurze Wege zu Hausanschlüssen, Schächten und den versorgten Bereichen
- Außenluftansaugung und Fortluft für Lüftungsgeräte, oft auf dem Dach
- Rückkühler und Wärmepumpen-Außengeräte mit Schall- und Abstandsanforderungen
- Einbringwege und Montageöffnungen für große Geräte – auch für den späteren Austausch
- Tragfähigkeit der Decke und Schwingungsentkopplung
- Brandschutz und eigene Räume für Feuerstätten nach der Feuerungsverordnung des Landes
Was ist bei Technikzentralen im Bestand anders?
Im Bestand ist die Technikzentrale meist vorhanden – aber selten passend für die neue Anlagentechnik. Eine Wärmepumpe braucht andere Flächen als der alte Heizkessel, ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung ist größer als ein reines Abluftgerät. Am Anfang steht deshalb die Aufnahme vor Ort: Raumhöhen, Tragfähigkeit, vorhandene Öffnungen und der Weg, auf dem neue Geräte überhaupt in den Raum gelangen.
Bei Sanierungen im laufenden Betrieb kommt die Reihenfolge dazu. Alte und neue Anlage müssen oft eine Zeit lang parallel arbeiten oder über Provisorien überbrückt werden. Diese Bauabschnitte werden in der Planung festgelegt, damit die Versorgung nicht abreißt.
Was gehört zur Planung einer Technikzentrale?
Neben der Fläche selbst plant die TGA die Aufstellung der Geräte mit Wartungs- und Revisionsflächen, die Leitungsführung innerhalb der Zentrale, Lüftung und Temperierung des Raums, Entwässerung, Beleuchtung und Zugänglichkeit. In der Ausführungsplanung folgen Aufstellungspläne, Fundament- und Lastangaben für die Tragwerksplanung sowie die Schlitz- und Durchbruchsplanung.
| Raum | Inhalt | besondere Anforderungen |
|---|---|---|
| Heizzentrale | Wärmeerzeuger, Verteiler, Speicher | Feuerungsverordnung bei Verbrennung, Abgasführung |
| Lüftungszentrale | RLT-Geräte | Außen- und Fortluft, Einbringung, Schall |
| Kältezentrale | Kaltwassersätze, Pumpen | Kältemittel-Sicherheitsanforderungen, Rückkühler |
| Hausanschlussraum | Wasser, Gas, Strom, Telekommunikation | Lage an der Außenwand, Vorgaben der Versorger |
| Elektroräume | Niederspannungsverteilung, ggf. Trafo | Brandschutz, Zugang für Versorger |
Was wir dafür tun
Wir liefern Flächen-, Höhen- und Lastangaben für Technikzentralen schon in der Vorplanung – damit die Architektur sie einplanen kann.
Grundlage: VDI 2050 Blatt 1; Feuerungsverordnungen der Länder.
