Kreislaufverbundsystem: Ein Kreislaufverbundsystem (KVS) ist eine Wärmerückgewinnung für Lüftungsanlagen, bei der Zu- und Abluft vollständig getrennt bleiben. Zwei Wärmeübertrager – einer im Abluft-, einer im Zuluftstrom – sind über einen Flüssigkeitskreis mit einer Pumpe verbunden, der die Wärme von der Abluft zur Zuluft transportiert.
Wie funktioniert ein Kreislaufverbundsystem?
Im Abluftstrom nimmt ein Wärmeübertrager Wärme aus der warmen Abluft auf und gibt sie an das zirkulierende Wärmeträgermedium ab, meist ein Wasser-Glykol-Gemisch. Eine Pumpe fördert das Medium zum Wärmeübertrager im Zuluftstrom, wo es die Wärme an die kalte Außenluft abgibt. Weil die Luftströme sich nirgends berühren, kann weder Luft noch Feuchte noch ein Schadstoff von der Abluft in die Zuluft übergehen.
Wann wird ein Kreislaufverbundsystem eingesetzt?
Ein KVS kommt dort zum Einsatz, wo Zu- und Abluft strikt getrennt bleiben müssen oder räumlich weit auseinanderliegen:
- Labore und Pharmabereiche mit belasteter Abluft
- Industrieabluft mit Stäuben, Ölnebeln oder Gerüchen
- Krankenhaus- und Hygienebereiche
- Gebäude, in denen Zu- und Abluftgerät an verschiedenen Orten stehen
- Nachrüstung im Bestand, wenn die Geräte nicht zusammengeführt werden können
Was unterscheidet das KVS von Platten- und Rotationswärmeübertrager?
Ein Plattenwärmeübertrager führt Zu- und Abluft in getrennten Kanälen kreuz- oder gegenläufig aneinander vorbei; beide Luftströme müssen dafür im selben Gerät zusammenkommen. Ein Rotationswärmeübertrager speichert Wärme in einer drehenden Speichermasse, die abwechselnd vom Abluft- und vom Zuluftstrom durchströmt wird – er erreicht hohe Rückwärmezahlen und kann je nach Bauart auch Feuchte übertragen, lässt aber eine geringe Übertragung zwischen den Luftströmen zu.
Das Kreislaufverbundsystem ist die Lösung für alle Fälle, in denen genau das ausgeschlossen sein muss oder die Geräte nicht nebeneinander stehen können. Es tauscht etwas Effizienz gegen vollständige Trennung und freie Aufstellung.
Welchen Wirkungsgrad muss ein KVS erreichen?
Die Ökodesign-Verordnung (EU) 1253/2014 schreibt seit dem 1. Januar 2018 für Zweirichtungs-Lüftungsanlagen in Nichtwohngebäuden eine Wärmerückgewinnung mit thermischer Umgehung vor. Die Mindestrückwärmezahl liegt für Kreislaufverbundsysteme bei 68 Prozent, für alle anderen Systeme wie Platten- oder Rotationswärmeübertrager bei 73 Prozent. Der niedrigere Wert berücksichtigt, dass der Umweg über den Flüssigkeitskreis Effizienz kostet.
Was ist bei der Planung zu beachten?
Die Effizienz eines KVS hängt stark an der Auslegung: Wärmeübertragerfläche, Volumenstrom des Mediums und eine geregelte Pumpe entscheiden über die erreichbare Rückwärmezahl. Hinzu kommen Frostschutz auf der Außenluftseite, die Einbindung in Regelung und Gebäudeautomation sowie der Platzbedarf für Rohrleitungen zwischen den Geräten. Moderne Systeme lassen sich zusätzlich nutzen, um Heiz- oder Kältequellen einzukoppeln – etwa Abwärme aus Prozessen.
| System | Trennung der Luftströme | Mindestrückwärmezahl (EU) 1253/2014 |
|---|---|---|
| Kreislaufverbundsystem | vollständig getrennt | 68 % |
| Plattenwärmeübertrager | getrennt, Geräte nebeneinander | 73 % |
| Rotationswärmeübertrager | geringe Übertragung möglich | 73 % |
Was wir dafür tun
Wir wählen die Wärmerückgewinnung nach Anwendung – mit Kreislaufverbundsystem dort, wo Zu- und Abluft strikt getrennt bleiben müssen.
Grundlage: Verordnung (EU) 1253/2014, Anhang III (Anforderungen ab 1. Januar 2018).
