Automationsebene
- Automationsstationen und Schaltschränke
- Datenpunktliste nach VDI 3814
- Funktionsschemata je Anlage
- Redundanz- und Notbetriebskonzept
Gebäudeautomation und MSR
Die Schnittstelle, an der alle Gewerke zusammenlaufen – geplant nach VDI 3814 und herstellerneutral ausgeschrieben.
Heizung, Lüftung, Kälte und Sanitär werden von derselben Ebene gesteuert. Wie die Anlagen im Betrieb zusammenspielen, entscheidet sich nicht am Gerät, sondern im Regelkonzept: Wer gibt die Freigabe, welche Sollwerte gelten unter welchen Randbedingungen, was passiert im Störfall.
Wird die Automation dem ausführenden Betrieb überlassen, entsteht die Regelung erst auf der Baustelle – meist als Herstellerstandard, den niemand mehr gegenprüft. Die Folge sehen wir regelmäßig im Bestand: Anlagen, die gegeneinander arbeiten, weil Heizung und Kühlung im selben Raum unterschiedliche Sollwerte verfolgen.
Deshalb planen wir die Gebäudeautomation als eigenes Gewerk. Das Ergebnis sind drei Dokumente, die zusammen ausschreibungsfähig sind: das Regelkonzept, die Datenpunktliste und die Funktionsbeschreibung je Anlage. Sie legen fest, was die Anlage tun soll – nicht, von welchem Hersteller die Steuerung kommt.
Gebäudeautomation in den Leistungsphasen 1 bis 8 der HOAI – vollständig oder in Teilleistungen.
Festlegung der Automationsgrade je Anlage, Struktur der Automationsebenen und Abgrenzung zu Einzelraumregelung und Feldgeräten.
Betriebsarten, Sollwertführung, Freigabelogik und Verriegelungen über alle Gewerke – einschließlich der Frage, welches Gewerk im Konflikt Vorrang hat.
Vollständige Aufstellung der physikalischen und kommunikativen Datenpunkte je Anlage nach VDI 3814 – die Grundlage für Mengengerüst und Preisbildung.
Anlagenbezogene Beschreibung der geforderten Funktionen in Textform, ergänzt um Funktionsschemata – so wird geprüft, ob die gelieferte Regelung leistet, was bestellt wurde.
Festlegung der Kommunikationsprotokolle (BACnet, Modbus, KNX), der Schnittstellen zu Fremdgewerken und der Anbindung an vorhandene Leittechnik.
Bedienoberfläche, Zugriffsebenen, Alarmierung und Störmeldeweiterleitung sowie die Anforderungen an Trendaufzeichnung für den späteren Betrieb.
Herstellerneutrales Leistungsverzeichnis auf Basis von Datenpunktliste und Funktionsbeschreibung, einschließlich der Vorgaben für Funktionsprüfung und Dokumentation.
Mitwirkung bei der Vergabe mit Angebotswertung und Preisspiegel, danach Überwachung der Ausführung: Prüfung gegen Datenpunktliste und Funktionsbeschreibung, Rechnungsprüfung, Mitwirkung bei der Funktionsprüfung jedes Regelkreises, fachtechnische Abnahme.
Die Anlagengruppen der Kostengruppe 480 nach DIN 276 – Gebäude- und Anlagenautomation.
Der sinnvolle Automationsgrad hängt an Nutzung, Anlagentechnik und Betreiberorganisation.
Hier zahlt sich Automation am schnellsten aus: Nutzungszeiten sind klar, Belegung schwankt, und Heizung, Kühlung und Lüftung greifen im selben Raum ineinander. Ohne gemeinsame Sollwertführung heizt und kühlt dasselbe Büro gegeneinander.
Prozessanlagen und Gebäudetechnik treffen aufeinander. Wir grenzen sauber ab, was in die Prozesssteuerung gehört und was in die Gebäudeautomation, und legen die Schnittstelle zwischen beiden fest – das ist im Betrieb die häufigste Konfliktlinie.
Raumdruckhaltung, Temperatur- und Feuchtegrenzen sind nachweispflichtig. Die Automation liefert die Aufzeichnung, mit der der Betreiber den Nachweis führt – Trenddaten und Alarmierung sind hier Teil der Planungsanforderung, nicht Komfort.
Im Bestand ist die vorhandene Leittechnik der Ausgangspunkt: Welche Datenpunkte lassen sich weiternutzen, welches Protokoll spricht die Anlage, wo ist ein Gateway nötig. Wir nehmen den Bestand auf, bevor über einen Austausch entschieden wird.
Regelkonzept und Funktionsbeschreibung entstehen in unseren Projekten gemeinsam mit den versorgungstechnischen Gewerken – beim Kölnturm einschließlich Inbetriebnahmemanagement und Revisionsunterlagen.
Was Bauherren und Betreiber uns zur Automation am häufigsten fragen:
Schicken Sie uns die Anlagenübersicht und – im Bestand – Angaben zur vorhandenen Leittechnik. Wir melden uns mit einer Einschätzung zu Automationsgrad und Leistungsumfang.
Heizungsplanung
Betriebsweise, Sollwertführung und Absenkbetrieb – geregelt wird über die Automation.
Lüftungsplanung
Volumenstromregelung, Wärmerückgewinnung und Bedarfsführung nach Luftqualität.
Kälte- und Klimatechnik
Umschaltpunkte der freien Kühlung und Kaskadenführung – Kernaufgaben der Regelung.
TGA-Planung
Leistungsphasen 1 bis 8 nach HOAI, alle Gewerke der Kostengruppe 400 – aus einer Hand.